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  • Tier-& Pflanzenwelt

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    Fauna

    7Was als erstes im Watt auffällt, sind die vielen Sandhäufchen, die den Wattboden wie mit Pickeln übersät aussehen lassen. Sie stammen von Pierwurm. Dieser Wurm, auch Wattwurm genannt, lebt in einer U-förmigen Röhre im Sandwatt. Er frisst den Sand, der in dieser Röhre rutscht, in sich hinein, ernährt sich von darin enthaltenen winzigen Algen und scheidet den Sand  wieder aus. Die Sandkringel, die man überall sieht, sind also "Kothäufchen" des Pierwurms.

     

     

     

    8Ein kunstvoller Baumeister ist der Bäumchenröhrenwurm. Er klebt sich aus einzelnen Sandkörnern eine Wohnröhre zusammen. Ihr oberer Teil schaut mit kronenartigen Verzweigungen aus dem Wattboden heraus. Sein Baumaterial sammelt der Wurm mit langen, fadenförmigen Fortsätzen am Kopf zusammen und kittet es mit einer klebrigen Flüssigkeit, die er in einer Drüse produziert, aneinander. Die Bäumchenkrone der Wohnröhre dient als Fangnetz, um kleine Algen aus dem Wasser herauszufischen.

     

     

     

    9Am weitesten oben im Wattboden vergräbt sich die Herzmuschel. Spurenleser finden sie trotzdem sofort: denn flachen Furchen auf dem Boden zeigen, wo sie gekrochen ist. Zwei winzige Löcher nebeneinander im Boden sind die Öffnungen ihrer beiden Atemrohre, mit denen sie frisches Wasser ansaugt und verbrauchtes Wasser wieder ausstößt. Aus diesem Wasserstrom werden auch die winzigen Schwebstoffe, von denen die Muschel sich ernährt, herausgefiltert.

     

     

     

    10Die einzigste Muschel, die auf dem Boden lebt und sich nicht eingräbt ist die Miesmuschel. Sie haftet sich mit selbst gesponnenen Fäden auf dem Sandwatt- an Pfählen und Buhnen, oder an ihren Nachbarn fest und bildet so große Muschelbänke, auf denen bis zu 2000 Individuen/qm in mehreren Schichten lagern können.

     

     

     

    11Besonders profitieren die Seepocken von den Muschelbänken im Wattenmeer. Nur Experten wissen, dass die Seepocke ein Krebs ist. Sie sitzt auf Steinen, Pfählen, Muschelschalen und Schneckenhäusern. Aus mehreren Kalkplatten baut sich die junge Seepocke, die noch frei herumschwimmt, ein kegelförmiges Gehäuse mit Deckel, in dem sie von nun an festgewachsen ist. Ihre zu einem Netz verwachsenen Füße streckt sie aus diesem Gehäuse heraus, um Nahrungsteilchen aus dem Wasser zu keschern.

     

     

     

    12 Im Schlick sieht man auch häufig die etwa 2 cm große Strandschnecke, die auch an Steinkanten und Buhnen lebt. Sie verschließt ihre Gehäuseöffnung bei Trockenheit mit einem kleinem Deckel.

     

     

     

     

     

    13Winzig ist die Wattschnecke. Unkundige halten die großen Mengen von Wattschnecken, die weite Strecken des Bodens bedecken, zunächst für groben Sand. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man die kleinen spitzen Schneckengehäuse.

     

     

     

     

     

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    Nicht die Möve, sondern der Austernfischer ist der Charaktervogel des Wattenmeeres. Wie ein zu klein geratener Storch mutet er zunächst an, wenn er eilig vorden Wattwanderern herennt. Der "Halligstorch", oder auch "Strandsegler" genannt, ist haustaubengroß, trägt ein elegantes schwarz-weißes Gefieder, einen langen und kräftigen roten Schnabel und hat rote Beine. Kaum ein Strandvogel macht durch laute und häufige Rufe so eindringlich auf sich aufmerksam.

     

     

     

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    Die gansgroße Silbermöve erreicht eine Spannweite von 140 cm, hat einen hakenförmigen Schnabel mit einem roten Fleck am Unterschnabel (Auslöser für das Picken des Jungvogels) und schwarze Handschwingen. Silbermöven leben in Dauerpartnerschaft und verständigen sich mit etwa 15 verschiedenen Rufen. Sie können bis 30 Jahre alt werden. Sie verteidigen das Gelege und ihre Jungen durch Sturzangriffe, die durch das Auswerfen einer übelriechenden Flüssigkeit noch wirksamer werden.

     

     

     

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    Die taubengroße Lachmöve mit dem braunschwarzen Kopf im Brut- und dem weißen Kopf mit einem dunklem Fleck hinter dem Auge im Ruhekleid. kam erst in den 50er Jahren in größeren Zahlen an die Küste. Sie ist Allesfresser, lebt in Saisonnähe, ist Koloniebrüter und sehr lernfähig. Auffällig ist ihre schlanke Gestalt mit rotem Schnabel und Beinen.

     

     

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    Der amselgroße Rotschenkel trägt seinen Namen zurecht. Der braungefleckte, hochbeinige Wattvogel ist sehr lebhaft, aber dennoch im Freiland leicht auszumachen, da er gerne an erhöhten Standorten sitzt. Seine Beine und der Schnabel sind rotorange- die Schnabelspitze dunkel. Seine Art gilt in Deutschland als "gefährdet".

     

     

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    Zur Familie der Limikolen zählt auch der hochbeinige Säbelschnäbler. Der schwarz-weiß gezeichnete Vogel hat einen aufwärts gebogenen Schnabel, mit dem er im Flachwasser nach Kleintieren "säbelt". Anders als seine Verwandten kann der Säbelschnäbler ausgezeichnet schwimmen. Durch Landgewinnungs- und Eindeichungsmassnahmen mit Salzwiesen und Lagunen sind diese Vögel, der an der Nordseeküste schon fast verschwunden war, neue Brutreviere entstanden, die seinen speziellen Ansprüchen entsprechen.

     

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    Im nordfrischischen Wattenmeer ist die Eiderente der häufigste Entenvogel. Eiderenten sind ausgezeichnete Schwimmer und Taucher. Ihre Hauptnahrung besteht aus Miesmuscheln, für die sie mehr als 50m tief tauchen können, um sie zu erreichen. Sie ist größer als eine Stockente mit sehr flacher Stirn und fast dreieckigem Kopf. Im Brutkleid ist der Erpel oberseits weiß mit schwarzer Kopfkappe und grünlichen Hinterkopfzonen, am Unterkörper schwarz gefärbt. Das Weibchen einheitlich dunkelbraun. Die Beine und der Schnabel sind beim Erpel und Weibchen dunkel.

     

    Flora

     20Der Queller erinnert mit seinen durchweg rund 20 cm hohen, fleischigen Büscheln an kleine Kakteen - nicht ohne Grund. Beide speichern in ihrem Gewebe viel Wasser, der Kaktus, um Trockenzeiten zu überdauern, der Queller, um schädliche Salzkonzentration zu vermeiden. Die Blätter des Quellers sind schuppenartig zurückgebildet und mit Ãsten verwachsen. Im Spätsommer und Herbst färben sich die Quellerbestände intensiv rot um.

     

     

     

     21Der Strandflieder (auch "Bondestave" genannt) hält die breiten, rosavioletten Blütenkronen auf derben Stengel nur etwa handhoch über dem Boden, überzieht aber dicht stehend oft hektarweise das Hallig- und Salzwiesenland und erinnert fast an die spätsommerliche Heideblüte. Der Strandflieder ist durch rigoroses Abflücken derart dezimiert worden, dass er unter Naturschutz gestellt werden musste, um seinen Fortbestand zu sichern.

     

     

     

    22 Im Spätsommer erscheint auch dann der silbrigglänzende Strandbeifuss auch Strandwermut genannt. In dichten Beständen am Wattufer und an den Grabenkanten der Salzwiesen leuchtet er hervor. Er ist eine alte Arzneipflanze und riecht beim Zerreiben stark aromatisch.

     

     

     

     

    23Die wohl bekannteste Dünenpflanze ist der Strandhafer. Auf höheren Dünen und insbesondere im Bereich von Wanderdünen kann er sich oft als einzigster Vertreter der Pflanzenwelt behaupten. Er wird auch zur Befestigung von Dünen und Strandzonen künstlich angepflanzt. Seine Wurzeln reichen metertief hinein in den Boden, und die langen, spitzen Blätter sind eingerollt, um Verdunstungen zu reduzieren.